Eigentlich sollte man Rookies erst nach drei vollen Seasons bewerten. Im Folgenden dennoch schon mal ein kurzer Rückblick auf die Rookies der Dallas Cowboys aus der vergangenen Saison und damit der ersten Draft Klasse von Head Coach Jason Garrett:
Tackle Tyron Smith – Runde 1
Starter von Tag 1. Smith hat sämtliche Erwartungen zumindest erfüllt, wenn nicht übertroffen und war über die komplette Saison eine Bank auf der rechten Seite (außer gegen Eagles DE Jason Babin). Laut profootballfocus beendete er die Saison an #14 in Bezug auf die Pass Blocking Effizienz: bei insgesamt 620 Pass Blocking Snaps erlaubte Tyron Smith 8 Sacks, einen Hit und 21 Hurries. Seine Leistung war derart überzeugend, dass er in der kommenden Saison höchstwahrscheinlich Doug Free als Left Tackle ablösen wird. Mit gerade mal 21 Jahren hat er sein volles Potenzial noch lange nicht erreicht.
Note: A
ILB Bruce Carter – Runde 2
Jason Garrett und die Cowboys drafteten Bruce Carter ILB für ihre 3-4 Defense, obwohl er von den meisten Scouts und Experten eher als klassischer 4-3 OLB eingestuft wurde. Eine schwere Verletzung drückte seinen Draft Status, so dass er in Runde zwei noch zu haben war. Aufgrund seiner langwierigen Rehabilitation kam Carter erst Mitte der Saison zum Einsatz, meist in den Special Teams. Da Bradie James und Keith Brooking vorraussichtlich nicht zu den Cowboys zurück kehren, hat Bruce Carter eine gute Möglichkeit in der kommenden Saison als Starter neben Sean Lee aufzulaufen.
Note: tbd.
RB DeMarco Murray – Runde 3
DeMarco Murray brauchte etwas um in Gang zu kommen, das Warten hat sich aber definitiv gelohnt! Murray explodierte förmlich als er für den verletzten Felix Jones einsprang und beendete die Saison als Rookie Rushing Leader mit 897 Yards und durchschnittlich 5,5 Yards pro Lauf.
Insgesamt hat sich Murray mit seiner Leistung als klarer Starter für die kommende Saison empfohlen. Die Frage bleibt jedoch ob er ein One-Hit-Wonder nach dem Vorbild Julius Jones ist oder ob die Dallas Cowboys langfristig auf ihn bauen können. Immerhin hat Murray mit einer nicht zu verachtenden Liste von Verletzungen zu kämpfen. So oder so, für die Rookie Season gibt es ganz klar die Top-Note.
Note: A
OG David Arkin – Runde 4
David Arkin war physisch schlichtweg noch nicht bereit für die NFL und kam daher trotz Verletzungsausfällen in der O-Line in keinem einzigen Spiel zum Einsatz. Vielmehr noch war er in nur einem einzigen Spiel aktiv. Sollte sich dies in der kommenden Saison wiederholen, wäre das durchaus kein schockierendes Ereignis. Als Prospect eines sehr kleinen Colleges (Missouri State) muss viel in Sachen Technik und Kraft nachgeholt werden. Erst in 2013 muss sich Arkin dann als potenzieller Starter empfehlen um eine Chance zu haben im team zu bleiben. Bis dahin müssen sich Coaches und Fans wohl in Geduld üben und hoffen, dass Arkin dem Beispiel Doug Free (Northern Illinois) folgt. Free hatte in seinen ersten beiden Seasons ebenfalls keinerlei Einsatzzeit erhalten.
Note: tbd
CB Josh Thomas – Runde 5
Thomas war wohl der einzige wirkliche Fehlgriff in der Draft Klasse von 2010/11. Er schaffte es nicht die Erwartungen zu erfüllen und sich einen Roster Spot zu sichern. Der Versuch ihn in die Practice Squad zu holen scheiterte.
Note: F
WR Dwayne Harris – Runde 6
Dwayne Harris zeigte Potenzial als Slot Receiver und Returner, wechselte aber zu häufig vom aktiven Roster zur Practice Squad um konstant seine Leistung bringen zu können. Ebenso wie ein David Arkin benötigt Harris jede Menge Arbeit um seine Technik zu verfeinern.
Note: C
FB Shawn Chappas – Runde 7a
Neben Josh Thomas der einzige andere Draft Pick der es nicht schaffte sich im Roster der Dallas Cowboys zu etablieren. Chapas verbrachte die Saison in der Practice Squad und wird dort wahrscheinlich auch in der kommenden Saison bleiben. Benötigt wesentlich mehr Kraft um als regulärer Leadblocker zum Einsatz kommen zu können.
Note: D
OG Bill Nagy – Runde 7b
Wer hätte gedacht, dass Bill Nagy gleich im Season Opener gegen die Jets zu Einsatz kommt!? Insgesamt spielte Nagy solide, hatte aber insbesondere im Laufspiel so seine Probleme. Lief Rookie Kollegen David Arkin aber definitiv den Rang ab. Konnte in seiner Rookie Season schon viel Erfahrung sammeln und wird wohl ein sehr solider Backup für die kommenden Spielzeiten.
Note: B
K Dan Bailey – Free Agent
Jackpot! Hatte gegen Ende der Saison etwas mit seiner Konstanz zu kämpfen, scheint aber die langfristige Lösung für die seit Jahren von Kicking-Problemen gebeutelten Cowboys zu sein. Zeigte neben seinen Field Goals auch gute Leistungen bei den Kickoffs und könnte den Dallas Cowboys damit den Roster Spot von David Buehler sparen.
Note: A
WR Raymond Radway – Free Agent
Zeigte spektakuläre Leistungen im Camp sowie der Pre-Season bevor er verletzungsbedingt für die gesamte Saison ausfiel. Könnte der Joker mit Blick auf die Entscheidung bezüglich Laurent Robinson sein.
Note: tbd.
WR Andre Holmes – Free Agent
Mit 6’5 der gößte Receiver im Roster der Cowboys. Stiess zur Practice Squad, nachdem er von den Vikings entlassen wurde.
Note: tbd.
Fazit zur den Dallas Cowboys Rookies
Ziel eines jeden Drafts ist die Gewinnung von zwei bis drei Startern sowie einer Vielzahl an soliden Backups. Dieses Ziel hat Jason Garrett mit seinem ersten Draft als Head Coach der Dallas Cowboys wohl erreicht. Es bleiben einige Fragezeichen, insgesamt stimmt die Auswahl aber sehr positiv und lässt auf weitere Erfolge bei der Spielerevaluierung und -auswahl unter Garrett hoffen.